neuer Temin, new date for K3 Film Festival

Retrospektive Bady Minck

Bady Minck

Foto: Jörg Burger

Ein tiefer Einblick in die Welt von Bady Minck

Wir freuen uns im Zuge des K3 Kurzfilmfestivals 2012 eine Retrospektive von Bady Minck präsentieren zu können – eine Filmemacherin, die sich international mit ihren an surrealen Bildern reichen Filmen profilieren konnte. Dabei bietet die Arbeitsweise von Bady Minck einen sehr guten Zugang zu ihren Filmen: "Wenn die ganze administrative Arbeit des Tages getan ist - spät in der Nacht oder früh am Morgen - und die Oberfläche geglättet ist, kann ich tief in mich hinabtauchen, in die Welt der Gedanken und Gefühle. Ich befinde mich dann in einem Zustand der Euphorie, wie in Trance, und wenn ich wieder auftauche, sind beide meine Hände mit Juwelen gefüllt. Dann kann ich Stunden damit verbringen meine Entdeckungen zu zeichnen und niederzuschreiben."
Seien Sie also bereit tief in eine Welt ab zu tauchen, in der unentdeckte Formen und Gefühle einen traumähnlichen Ausdruck finden.
Fritz Hock

PROGRAMM IM DETAIL

25. September, 21:00, Kinoteka, Ljubljana
in Anwesenheit der Autorin

Frühes Werk

I. Der Mensch mit den modernen Nerven

The man with modern nerves / L’homme aux nerfs modernes

von Bady Minck & Stefan Stratil
Österreich / Luxemburg 1989
8min, b&w, 35mm, stereo, ohne Dialoge
Premiere: International Film Festival Cannes 1989

The man with modern nerves

Zahlreiche Filmemacher haben die Stadt filmisch dargestellt, aber nur wenige haben mit dem architektonischen Material an sich gearbeitet. Aus dieser Sicht ist der Fall der Wiener Filmregisseure Bady Minck und Stefan Stratil ziemlich beispielhaft. Für ihren Film "Der Mensch mit den modernen Nerven" stellten sie ein Modell nach den Skizzen des Architekten Adolf Loos her, die dieser 1923 für ein Rathausprojekt in Mexiko-City entworfen hatte. Bei dem von Loos geplanten Gebäude handelt es sich um eine Stufenpyramide, die im filmischen Prozess in ein abstraktes Spiel der geometrischen Formen, der Lichter und Schatten gebracht wird, das an bestimmte Filme der 20er Jahre erinnert, etwa an "Orgelstäbe" von Oskar Fischinger (1923-1927). Über die Animation des Modells weit hinausgehend, beschäftigt sich der Film mit Adolf Loos' architektonischen Konzepten zur Fläche und zum Volumen des Raums.
Jean-Michel Bouhours, „L’Art du mouvement“
Éditions Centre Pompidou Paris 1994

II. Mécanomagie

Luxemburg 1996
16min, colour, 35mm, dolby stereo, ohne Dialoge
Premiere: International Film Festival Rotterdam 1997

Mecanomagie

Durch die Landschaft der Ardennen im nördlichen Luxemburg schlägt "Mécanomagie" einen stilvollen und performativen Weg ein. Die "live action" Pixillationstechnik evoziert ein geerdetes bäuerliches Bewusstsein von Naturgewalten und den volkstümlichen Mythen der Humanoiden, die unbemerkt durchs Land reisen. Nebenbei enthüllt die erfinderische Darstellung solche Wunder wie das anthropomorphe Wesen von Steinen, Kinder, die aus der Erde wachsen, oder ein geheimnisvolles blutiges Käferbuch. Der Erfolg des Films liegt in der eleganten Verknüpfung von magischer, neo-surrealistischer Jenseitigkeit und fundamentaler Erdverbundenheit.
Stephen Ball
International Melbourne Film Festival 1997

Musik Filme

III. Schein Sein

Seems To Be / Être Paraître

Luxemburg / Österreich 2008
8min, colour, 35mm, dolby digital, ohne Dialoge
Premiere der kürzeren Live-Version: Biennale di Venezia 2007
Premiere der Kino Version: Int. Film Festival Berlinale 2008

Seems To Be

"Schein Sein" spielt mit den Wahrnehmungsebenen von Hören und Sehen, mit der Täuschung von Augen und Ohren wie mit der Spannung zwischen zweidimensionalem Abbild und dreidimensionalem Raumbild.
Berlinale – International Film Festival Berlin 2008

IV. Das Sein und das Nichts

Being and Nothingness / L’Être et le Néant

Luxemburg / Österreich 2007
10min, colour, 35mm, dolby digital, ohne Dialoge
Premiere der kürzeren Live-Version: Biennale di Venezia 2007
Premiere der Kino Version: Int. Film Festival Rotterdam 2007

Being and Nothingness

Sie sehen was Sie hören in Bady Mincks visueller Umsetzung einer Original-Komposition von Beat Furrer. Der Dirigent Furrer erweist sich dabei als meisterlicher Dompteur von Zeit und Stille. Während die Dominanz der Musik über die Körper illustriert wird, verwandelt sich die Musik in ein lebendes Gemälde.
Jason Buchanan, New York Times 2007

Spätes Werk

V. La Belle est la Bête

The Beauty is the Beast

Österreich / Nederlands / Luxemburg 2005
2:30min, colour, 35mm, dolby digital, ohne Dialoge
Premiere: Int. Film Festival Rotterdam 2005

The Beauty is the Beast

Ein Traum, eine Frau, eine Zunge aus Pelz: Bady Mincks "La Belle est la Bête" operiert an der Schnittstelle von Zivilisation und Wildnis, von Natur und Kultur, von Mensch und Tier. Ein Film, der die Frage nach dem Für und Wider unserer Kultivierung aufwirft. Im Spannungsfeld zwischen dem animalischen Innen und dem zivilisatorischen Aussen wird "la Belle" selbst zu "la Bête".
Black Book, New York 2005

VI. Im Anfang war der Blick

In the Beginning was the Eye / Au Commencement était le regard

Österreich /Luxemburg 2003
45min, colour, 35mm, dolby digital, German with English subtitles
Premiere: International Film Festival Cannes 2003

In the Beginning was the Eye

Mit seinen 45 Minuten faszinierender, avantgardistischer Forschungsarbeit stellt "Im Anfang war der Blick" eine Galionsfigur der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes 2003 dar. Der Film ist gleichzeitig onirisch, politisch, philosophisch und kulinarisch: Ein kinematographisches UFO auf der Reise ins Herz österreichischer Klischees - technisch perfekt, atemberaubend, hypnotisch!
Martin Granica
Repérages, Paris 2003

Exklusiv für K3 und Kinoteka:

Ein zwei-minütiges Preview des kommenden Films von Bady Minck.

VII. MappaMundi (Arbeitstitel)

Luxemburg / Österreich 2008-2012
22 min, colour, 35 mm, Dolby Digital
Preview: 2 min

MappaMundi

MappaMundi unternimmt eine beschleunigte Reise durch 950 Millionen Jahre Kontinentalverschiebungen und 150.000 Jahre Migrationsgeschichte der Menschheit. Der Film wird dabei den permanenten Wandel der Welt sichtbar machen, einen Wandel, den der einzelne Mensch in seinem kurzen Lebensabschnitt so nicht bemerken kann. In MappaMundi geht es um das Bild der Welt, das wir Menschen seit Jahrtausenden stets aufs Neue entwerfen. Anhand von mehr als hundert Weltkarten aus 15.000 Jahren Menschheitsgeschichte wird die Entwicklung des Weltbildes von den Anfängen bis heute in seiner Vielfalt dargestellt und kritisch durchleuchtet.

Geboren in Luxemburg, lebt Bady Minck als Künstlerin und Filmemacherin in Wien und Luxemburg. Sie studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und experimentellen Film an der Hochschule für Angewandte Kunst. Ihre Filme wurden zu über 300 internationalen Filmfestivals eingeladen, unter anderem nach Cannes (semaine de la critique 1989 und zur quinzaine des réalisateurs 2003), und in Werkschauen präsentiert. Ihre Filme gewannen international mehrfach Preise und Auszeichnungen und fanden Eingang in mehrere bedeutende Sammlungen. Bady Minck ist außerdem Gesellschafterin der Amour Fou Filmproduktion in Wien und Mitbegründerin der Produktionsfirma Minotaurus Film Luxembourg, wo sie Filme wie Nebel von Matthias Müller und Fast Film von Virgil Widrich produziert.


Trailer und weitere Informationen zur Person und zu den Filmen auf www.badyminck.com